Pressemitteilung vom 26. September 2010
Schmidmühlen. (sor)
„Die Bewertung der Lauterach nach EG-Wasserrahmenrichtlinie zeigt, dass das Gewässer bezüglich der meisten Faktoren den Zustand „gut“ aufweist. Eine nicht sehr hohe Belastung mit Nährstoffen zeigen Wasserpflanzen und Algen an, so dass sich die Lauterach derzeit insgesamt in einem „mäßigen ökologischen Zustand“ befindet. Für das Erreichen des guten ökologischen Zustandes nach EG-Wasserrahmenrichtlinie sind daher Maßnahmen bezüglich des Nährstoffeintrags vorgesehen.“ Diese Antwort bekam MdL Reinhold Strobl (SPD) jetzt aufgrund eines Schreibens an das Bayerische Umweltministerium von Minister Dr. Markus Söder. Ursache war die starke Belastung der Lauterach durch Algen im Sommer dieses Jahres.
Trotz intensiver Untersuchungen von Seiten des Wasserwirtschaftsamtes Weiden und des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) konnte bisher kein spezifischer Umweltfaktor für das Wachstum von Cladophora rivularis ursächlich verantwortlich gemacht werden:
Die Nährstoffkonzentrationen seien in der Lauterach im Untersuchungszeitraum 1987 – 2010 leicht zurückgegangen. Das erhöhte Wachstum dieser Art trat also, so das Umweltministerium, in Jahren auf, in denen die Nährstoffkonzentrationen im Freiwasser geringer als in den Vorjahren waren. Ausbleibende Frühjahrshochwässer oder höhere Wassertemperaturen haben möglicherweise in den letzten Jahren das Wachstum der Alge gefördert. Auch die geringe Beschattung dieses Flussabschnittes könnte die Algenentwicklung unterstützen. Es würden keine Hinweise auf Schadeneinwirkungen durch Biozide oder sonstige Belastungsquellen vorliegen. Eine unnatürliche Zusammensetzung der Wassertiere konnte nicht festgestellt werden.
Die Lauterach werde im Vollzug der EG-Wasserrahmenrichtlinie anhand von Wasseranalysen und der Gewässerbiologie umfassend untersucht und bewertet. Darüber hinaus würden sämtliche Einleitungen aus kommunalen Kläranlagen, Fischzuchtanlagen und sonstigen Nutzungen durch was Wasserwirtschaftsamt Weiden überwacht. Derzeit würden darüber hinaus Sondermessprogramme zur Wasserchemie und zu Wasserpflanzen laufen.
Um die Ursachen klarer eingrenzen zu können, werde das Landesamt für Umwelt noch dieses Jahr bayerische Gewässer mit und ohne Vorkommen der Alge anhand verschiedener Parameter wie Gewässertyp, Nährstoffsituation usw. vergleichen und bewerten. Mit dieser Auskunft gibt sich MdL Reinhold Strobl noch nicht zufrieden. Er will nun in einer schriftlichen Anfrage von Minister Söder weitere Fragen beantwortet wissen.
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