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Agrarpolitsche Sprecheriin Noichl zu Besuch in Hohenburg

Pressemitteilung vom 4. September 2009

Rieden. (sön)

„Zu keinem Handwerker würde man sagen suche dir ein zweites Standbein“ und „die steuerlichen Voraussetzungen müssen stimmen. Das Positive kann sich oft verwischen“ fasste MdL Maria Noichl, agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, zusammen. Auf Einladung ihres Landtagskollegen Reinhold Strobl und SPD-Marktgemeinderat Michael Wittl war sie in der Hammermühle, im Café von Beate und Sebastian Schaller zu Gast.

Im Nebenerwerb bewirtschaftet das Ehepaar die 23 Hektar umfassende Landwirtschaft in Bio-Qualität mit Mutterkühen, Schafen und Getreideanbau. Im Juli 2005 baute sie den aus dem 18. Jahrhundert stammenden Stadel, der zu großen Teilen aus Gesteinsquadern der Burgruine Hohenburg besteht zu Café und Taverne mit etwa 50 Sitzplätzen und einem Hofladen am. Die steigende Touristenzahl durch den in den Fünf-Flüsse-Radweg mündenden Radweg, den Jurasteig, den Wacholderweg und den Jakobsweg, „der direkt durch unseren Hof geht,“ hätten sie zu diesem Schritt bewogen, so Beate Schaller. Sie klagt nicht, aber „man muss ganz schön ackern um es zeitlich zu schaffen, alles auch mit der Stallarbeit unter einen Hut zu bringen.“ Steigende Touristenzahlen seien für sie positiv, so Beate Schaller, „aber bei der außerörtlichen Wegebeschilderung für Café und Hofladen stoße ich auf sehr große Schwierigkeiten.“

Maria Noichl sieht dies als paradox, da es zwar überall Marketingkonzepte gebe, „hier aber einen Landgasthof außerörtlich nicht durch Schilder bewerben kann.“ Auch MdL Reinhold Strobl sähe in einer Beschilderung für die überregionale Bedeutung des Radtourismus „eine tolle Sache.“ Denn Radwanderwege dürfe man als sanften, umweltverträglichen Tourismus nicht unterschätzen oder gar vernachlässigen, „auch Radwanderer lassen Geld in der Region.“ Kontraproduktiv sieht MdL Maria Noichl auch, dass die CSU-Staatsregierung die kostenlose Fahrradmitnahme in Zügen gestrichen habe, „das stinkt mir.“

Sie seien keine Spinner und Aussteiger, ihre fachlichen Argumente gegen eine Impfung gegen die Blauzungenkrankheit würden nicht zur Kenntnis genommen, klagten Landwirt Georg Plank aus Kastl und Irmgard Englhart, Sprecherin der „Interessengemeinschaft gesunde Tiere“ aus Sulzbach-Rosenberg. Als Impfverweigerer habe man Gespräche mit dem Landrat geführt, „aber im Gegensatz zum Nachbarlandkreis Neumarkt wurden im Landkreis Amberg-Sulzbach Zwangsgelder von 20 Euro pro Tier angedroht und auch über Kontensperrung eingezogen.“ Eine harte Strafe von teilweise über 2000 Euro für Landwirte in schwieriger Situation „obwohl es das Landratsamt aussetzen kann, viele Landkreise den Ermessensspielraum nützen und es auch Umweltminister Markus Söder schließlich versprochen hat.“ Auch seien, so Plank, die Schadensfälle trotz Impfung um das dreifache gestiegen. Er schimpft „wenn kein Betrieb betroffen ist, braucht man in der Region keinen Impfzwang.“ Zudem habe der Impfstoff keine deutsche Zulassung. MdL Noichl: „Das war der größte Feldversuch.“

Sebastian und Beate Schaller ließen zwar ihre Schafe impfen, verweigerten jedoch die Impfung der Kühe, „nachdem, obwohl es vorher nie Probleme gab, heuer viele Lämmer im Alter von fünf  Wochen verstarben.“ Der Fleischmarkt sei durch die Impfung gegen die Blauzungenkrankheit stark belastet, die Ausfuhr nach Russland zusammengebrochen, fasste MdL Maria zusammen. Und  sie ist sich sicher „Das ist ein Machtspiel. Die Bauern, denen die Tiere gehören haben doch das größte Interesse daran das es denen gut geht.“

 

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