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Erasmus Grasser - ein großer Münchner Künstler mit oberpfälzischen Wurzeln

Pressemiteilung vom 31. März 2011

Schmidmühlen/München. (sor)

Vielen Münchnern ist der große Künstler und Bildhauer Erasmus Grasser ein Begriff, zählte er doch bereits zu Lebzeiten zu den erfolgreichsten und reichsten Künstlern seiner Zeit. Seine Werke sind noch vielerorts zu bewundern. Als besonderen Höhepunkt seines Schaffens sind sicherlich die Moriskentänzer zu nennen. Kaum jemand weiß aber, dass dieser Erasmus Grasser eigentlich kein Münchner, sondern Oberpfälzer war. Geboren wurde Grasser im Jahre 1450 in Schmidmühlen, einem kleinen Marktflecken gelegen an der Mündung von Vils und Lauterach im Herzen der Oberpfalz.

 


Die Moriskentänzer

 

Nun hat MdL Reinhold Strobl die Moriskentänzer am Mittwoch, 13. April, zu einem Besuch nach München eingeladen. Sie haben dabei die Gelegenheit, sowohl im Landtag als auch auf dem Marienplatz vor dem Rathaus aufzutreten. Dafür gibt es sogar eine Sondergenehmigung der Stadt München. Im Maximilianeum wird die Tanzgruppe vom Vizepräsidenten des Bayer. Landtages, MdL Franz Maget, empfangen.

Auf seinen berühmtesten Sohn ist Schmidmühlen schon lange stolz. So nennt sich die örtliche Schule natürlich Erasmus-Grasser-Volksschule. Nun konnte Schmidmühlen im letzten Jahr sein 1000-jähriges Jubiläum begehen, und das wurde in einem viele Veranstaltungen bietenden Festprogramm ausgiebig gefeiert. Höhepunkt des Festjahres war die Aufführung des Freilichtfestspiels über das Leben von Erasmus Grasser vor der Kulisse des alten Hammerherrenschlosses. Dies wurde in Schmidmühlen zum Anlass genommen, die Moriskentänzer des Erasmus Grasser, sicher seine berühmtesten Werke, zum Leben zu erwecken. Es wurde eine Tanzgruppe gegründet, die den Moriskentanz wiederaufleben lassen sollte.

Beim Moriskentanz handelt es sich um einen Tanz des Mittelalters. Der ursprünglich maurische Tanz mit vielen Kapriolen und Luftsprüngen verbreitete sich von Nordafrika im 15. Jhd. über Südwesteuropa in verschiedene Länder. Der Tanz mit seinen bizarren Bewegungen und Sprüngen war im Mittelalter eine höchst beliebte Volksbelustigung. Jeder Tänzer wollte dabei alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Wem dies am besten gelang, wer besonders gespreizt oder waghalsig tanzte, der erhielt als Zeichen der Liebe von einer schönen Maid einen Ring oder Apfel.

16 Moriskentänzer schnitzte Grasser für das Münchner Tanzhaus (das heutige Alte Rathaus), das ab 1470 errichtet wurde. Nach Ansicht von Historikern wollte München mit dem prächtig ausgeschmückten Tanzhaus der Welt beweisen, dass die Stadt weltoffen und modern ist. Inspiriert haben soll Grasser ein Festbankett von Herzog Christian dem Starken. Die Tänzer und die Bewegungen muss der Bildhauer sehr intensiv studiert haben – nur so konnte er die unzähligen, in ihrer Genauigkeit faszinierenden Details aus dem Holz herausarbeiten. Kulturgeschichtlich besonders bedeutend sind die Morisken, da sie zu den ersten profanen plastischen Darstellungen des späten Mittelalters gehören.

Zehn Moriskentänzer sind heute noch erhalten; was mit den übrigen sechs Figuren geschah, ist heute ebenso unbekannt wie deren Ausgestaltung. Über die Jahrhunderte gerieten Grassers Figuren  in Vergessenheit, bis sie gegen Ende des 19. Jhd. „wiederentdeckt“ wurden. Im 20. Jhd. wurden sie zu regelrechten Wahrzeichen der Stadt München. Im Alten Rathaus in München befinden sich heute Kopien der Moriskentänzer. Die Originale, die Erasmus Grasser vor mehr als 500 Jahren so meisterlich fertigte, sind das Glanzstück des Stadtmuseums München.

Die Moriskentänzergruppe des Marktes Schmidmühlen, bestehend aus 11 Tänzerinnen, hat es sich zur Aufgabe gemacht, in Erinnerung an den großen Sohn ihres Heimatortes seine berühmtesten Werke zum Leben zu erwecken. Als Botschafter ihrer Heimat besuchen sie nun die Stadt München und freuen sich, sowohl im Landtag als auch auf dem Marienplatz ihre Kunst zeigen zu dürfen.

Das Programm der Moriskentänzer am 13. April 2011 in München finden Sie hier:


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