Pressemitteilung vom 22. Juli 2008
Amberg-Sulzbach. (sor)
Die von der Gewerkschaft Ver.di und der katholischen Betriebsseelsorge initiierte Aktion „Stoppt die Sonntagsarbeit“ wird von MdL Reinhold Strobl (SPD) begrüßt. „Die Sonntage und staatlich anerkannte Feiertage bleiben als Tage der seelischen Erhebung und der Arbeitsruhe gesetzlich geschützt.“ So fordert es Artikel 147 der bayerischen Verfassung. In der Praxis jedoch, so der für den Bereich Handel zuständige Gewerkschaftssekretär Reinhold Schiller, würde die Sonntagsruhe durch immer neue Ausnahmen beschädigt und verliere spürbar an Verbindlichkeit. Die Zunahme der Sonntagsarbeit betreffe viele Branchen und gehe über Tätigkeiten, die der seelischen Erhebung oder der Grundversorgung der Menschen dienen, weit hinaus.
Die Zunahme der Sonntagsarbeit betreffe viele Branchen und gehe über Tätigkeiten, die der seelischen Erhebung oder der Grundversorgung der Menschen diene, inzwischen weit hinaus. Nach Daten der bayerischen Gewerbeaufsicht hätten Sonderbewilligungen von Sonn- und Feiertagsarbeit nach dem Arbeitszeitgesetz von Sonn- und Feiertagsarbeit nach dem Arbeitszeitgesetz einen neuen Höchststand erreicht. Über 7.000 Ausnahmegenehmigungen im Bereich Arbeitszeitschutz, die zum weitaus größten Teil Sonntagsarbeit beträfen, wurden 2006 erteilt.
Mit der Liberalisierung des Ladenschlusses hätten im Handel in den letzten Jahren verkaufsoffene Sonntage inflationsartig zugenommen. Bei jeder weiteren Liberalisierung des Sonn- und Feiertagsschutzes wurde und wird von den Initiatoren ins Feld geführt, dass es sich nur um Ausnahmen für einen eingegrenzten Bereich handle, die kaum ins Gewicht fielen. Das verfassungsrechtlich gewährleistete Regel-Ausnahme-Verhältnis von Ruhe und Arbeit werde durch ökonomische Gründe jedoch immer mehr zur Disposition gestellt.
MdL Reinhold Strobl stimmt mit der Gewerkschaft Verdi überein: „Wenn die Kommerzialisierung des Sonntags fortschreitet und immer weitere Bevölkerungskreise von Sonntagsarbeit betroffen würden, geht dieses für die Menschen und ihr Gemeinschaftsleben unverzichtbare Kulturgut in absehbarer Zeit verloren.“ Mit Sorge beobachtet Strobl auch die Zunahme des Lkw-Verkehrs an Sonntagen. Auch am Samstag, so Strobl, würde es reichen, wenn die Läden bis um 16 Uhr offen hätten und nicht bis um 20 Uhr.
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