Pressemitteilung vom 12. August 2010
Amberg-Sulzbach/Neumarkt. (sor)
In den letzten Monaten wurden in der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zahlreiche Unterschriften von Lehrkräften gesammelt, welche sich gegen die „Testeritis“ an Bayerns Schulen gewandt haben. Es ging um die Verpflichtung von Lehrerinnen und Lehrern, Orientierungs- und Vergleichsarbeiten u. ä. durchzuführen, was in diesem wie auch in den vergangenen Jahren von ihnen verlangt wurde. In diesem wie in den vergangenen Jahren stieß dies bei Lehrerinnen und Lehrern auf Unverständnis.
Die GEW lehnt diese überregionalen Vergleichsarbeiten wie VERA, Jahrgangsstufentests u.ä. ab, weil die sogenannten Vergleicharbeiten nicht unter vergleichbaren Bedingungen durchgeführt werden können und weil die dafür benötigte Unterrichts- und Korrekturzeit weit besser für die notwendige Förderung der Schülerinnen und Schüler eingesetzt werden könnte. Dies findet auch MdL Reinhold Strobl (SPD). Die durch die Tests festgestellten Stärken und Schwächen der SchülerInnen würden, so die GEW, keine neuen Informationen bieten. Auch wird bemängelt, dass die Landesregierung keine neuen zusätzlichen personellen Ressourcen zur Verfügung stellt, um alle SchülerInnen angemessen zu fördern.
Wieder einmal seien die Orientierungs- und Vergleichsarbeiten mit großem Organisations- und Korrekturaufwand durchgeführt worden. Wieder einmal hätten die Ergebnisse keine Überraschung gebracht und wieder einmal würden die Ergebnisse weitestgehend folgenlos bleiben. Strobl: „Wenn man hier keine Folgerungen daraus zieht, kann man sich die Tests auch sparen!“ Lehrerinnen und Lehrer wüssten in der Regel, wo ihre Schülerinnen und Schüler und ihre Klassen stehen.
Die GEW fordert daher, von dieser „Testeritis“ Abstand zu nehmen. Stattdessen seien alle Schulen angemessen mit pädagogischen Fachkräften und entsprechenden Sachmitteln so auszustatten, dass eine individuelle Förderung in kleinen Gruppen möglich sei. Hier sieht MdL Reinhold Strobl, Mitglied im Haushaltsausschuss und dort zuständig für den Bereich Bildung, einen enormen Handlungsbedarf. Die GEW weist auch darauf hin, dass erfolgreiche Lehrerinnen und Lehrer auf den Wartelisten zur Verfügung stünden, alleine aus dem aktuellen Prüfungsjahrgang würden z.B. rund 1600 Grundschullehrerinnen und –Lehrer nicht in den staatlichen Schuldienst übernommen.
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