Zur Person
  Aktuelles
  Themen
  Kontakt
  Startseite
   
Pressemitteilungen
Termine & Veranstaltungen
Informationen (A-Z)
Bilder
Links
Kurioses
 
Zurück zur Startseite

 

Alles nur heiße Luft?

Pressemitteilung vom 25. Juli 2009

Amberg-Sulzbach. (sor)

Seit der Einführung der R 6 verlieren die Hauptschulen immer mehr Schüler. Hinzu kommt der Geburtenrückgang von bis zu 30 Prozent. In einigen Teilen Bayerns werden sogar über 30 Prozent prognostiziert. Teilweise reichen die Schülerzahlen an den Hauptschulen nicht einmal mehr dazu aus , um eine Klasse bilden zu können. Wie dramatisch die Entwicklung inzwischen ist, machte MdL Reinhold Strobl bei einer Gesprächsrunde mit seinem Kollegen Martin Güll (beide gehören dem Bildungsausschuss des Bayerischen Landtages an) im „Neukirchner Hof“ in Neukirchen b.SUL am Beispiel seiner Heimatstadt Schnaittenbach deutlich: „Während wir im zurückliegenden Jahr eine Übertrittsquote von rund 50 Prozent hatten, sind es diesmal 80 Prozent. Von 40 Schülern bleiben gerade noch 8 an der Hauptschule.“ Nachdem Bgm. Winfried Franz die Gesprächsteilnehmer begrüßt hatte, erinnerten einige von ihnen daran, dass diese Entwicklung bereits bei der Einführung der R 6 durch die bayerische Staatsregierung absehbar gewesen sei . Albert Schindlbeck vom BLLV befürchtet, dass es in Zukunft statt bisher 15 Hauptschulen in Zukunft nur noch 6 Hauptschulen im Landkreis geben werde.

Nun gibt es seit einiger Zeit einen Aktionismus im Kultusministerium: Kooperationsmodelle, Gelenkklassen, Schulverbünde, Dialogforen, Mittelschule. Bringen sie die Lösung? „ Eher nein. “ Befürchten manche Teilnehmer der Gesprächsrunde mit den beiden Bildungspolitikern, bei welcher die Zukunft der Schulen in ländlichen Regionen im Mittelpunkt der Diskussion stand. Die neueste Schulreform wird Schulverbünde bringen, die sich bis auf 8 bis 9 Gemeinden erstrecken. Noch im Papier des Kultusministeriums werde von Verbünden mit 300 Schülern gesprochen. In Wirklichkeit gehe man inzwischen von Verbünden mit 700 bis 900 Schülern aus. Fragen der Schülerbeförderung und der Schulbuskosten bleiben offen. Albert Schindlbeck (BLLV): „ Damit solche Schulverbünde funktionieren, bräuchten die Schulen statt 1,75 Lehrerstunden je Hauptschüler mindestens 2! “ . Für Bürgermeister Hans Durst ist klar: „ Da muss mehr Geld in die Hand genommen werden. “

„ Wir wollen, dass uns Kinder am Bildungsweg nicht verloren gehen. “ Betonte MdL Martin Güll in seinen Ausführungen. Vor allem müsse der Druck in der Grundschule von den Kindern weggenommen werden. „ Die Hauptschule “ , so Martin Güll, „ macht eine hervorragende Arbeit. “ Tatsache aber sei auch, dass immer mehr Kinder - statt in die Hauptschule zu gehen – in die Realschule wechseln. Jetzt komme es darauf an, für die Regionen die beste Schule zu schaffen. Derzeit dürften Veränderungen nur innerhalb des Systems beschlossen werden. Er stellte fest: „ Da ist was in Bewegung. “ Es stelle sich nur die Frage: „ Wie nachhaltig können wir eine Schule entwickeln? “ Von den Eltern, die sich sehr in die Diskussion einbrachten, kam die Forderung nach einer längeren gemeinsamen Schulzeit. Die Eltern würden die Kinder auch länger an der Schule am Ort belassen, wenn die Kinder die Möglichkeit hätten, einen entsprechenden Abschluss zu machen. Tatsache sei, dass der mittlere Abschluss an einer künftigen Mittelschule kein Realschulabschluss sei. Ein Mittelschul- und ein Realschulabschluss würden sich auch weiterhin unterscheiden.

Ob dann die Kinder in eine Mittelschule gehen oder nicht doch gleich in eine Realschule, werd e die Zukunft zeigen. Es bestehe die Gefahr, dass relativ schnell Hunderte Restschulen auf dem Land entstehen. Die heißen weiter Hauptschulen, weil sie zu klein und verstreut sind, um Mittelschule zu werden. Reinhold Strobl: „ Wenn die Mittelschulen einen Abschluss auf dem Niveau der Realschule anbieten : Warum braucht man dann zwei Schularten? “ . Wenn dem aber nicht so sei, würden sich die Eltern noch mehr als bisher für die Realschule entscheiden. Weitere Hauptschulen würden schließen. Eine Mutter sprach von einem neuen Anstrich und stellte die Frage auf: „ Warum nicht einen radikalen Strich? “ . Wenn vor Ort etwas Vernünftiges angeboten werde, müsse auch es zugelassen werden, war die Forderung. Bürgermeister Hans Koch: „ Es geht nur miteinander. “ Es müsse klar sein, wo man eigentlich hin wolle. MdL Reinhold Strobl zum Schluss: „ Wer für die bisherige starre Dreigliedrigkeit des Schulsystems ist, muss in Kauf nehmen, dass die Schulwege immer weiter werden und die Schulen am Ort immer weniger. Wer dies nicht will, muss bereit sein, einmal schulartübergreifend zu denken. “ Bayern sei übrigens schon fast das letzte Land, welches keine länger e gemeinsame Schulzeit habe. In vielen Bundesländern habe sich hier in inzwischen viel getan.


zurück