Pressemitteilung vom 13. Mai 2007
Hahnbach. (sor)
Deutschland ist – gemessen an der gesamtwirtschaftlichen Leistung – so reich wie nie zuvor. Trotzdem arbeiten viele Menschen den ganzen Tag, können aber sich und ihre Familien vom erarbeiteten Lohn nicht ernähren. Um diese Problematik ging es beim monatlichen Treffen des SPD-Ortsvereins, welches diesmal in der Frohnberg-Gaststätte stattfand. Vorsitzende Hermine Koch dazu: „Armutslöhne sind ungerecht und unsozial. Sie missachten die Leistung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Dem pflichtete MdL Reinhold Strobl voll zu, welcher mit seinem Stellvertreter Hans-Jürgen Haas extra nach Hahnbach kam, um gemeinsam Dorothea Rösch zu ihrem runden Geburtstag zu gratulieren.
Kreisrat Albert Vetter wies darauf hin, dass die Einkommensschere weiter auseinander geht. Während Spitzengehälter zunehmen, würden die Löhne für viele Beschäftigte stagnieren. Mehr als 2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigte arbeiten in Deutschland für Armutslöhne, die weniger als 50 Prozent des Durchschnittslohns betragen. Er wies auch darauf hin, dass die Tarifbindung weiter abnimmt. Nur 68 Prozent würden in Westdeutschland und 53 Prozent in Ostdeutschland tariflich vereinbarte Löhne erhalten. Armutslöhne würde es nicht nur bei tarifungebundenen Arbeitgebern geben. Auch viele Tariflöhne würden zwischen drei und vier Euro liegen.
„Wer voll arbeitet, muss davon auch anständig leben können.“ Diese Aussage traf MdL Reinhold Strobl. An ihn werden immer wieder Berichte auch aus unserer Region herangetragen, nachdem es Betriebe und insbesondere auch Leiharbeitsfirmen gibt, die entsprechend schlechte Löhne zahlen. Diese Stundenlöhne seien ein Skandal. Inzwischen habe die Anzahl von Leiharbeitern in einigen Betrieben einen Grad erreicht, der nichts mehr damit zu tun habe, dass hier irgendwelche Auftragsspitzen abgefangen werden. Bei bis zu 60 Grad Leiharbeitern grenze das Ganze inzwischen an Ausbeutung. Auch was sich derzeit bei Telekom abspiele, sei ein Skandal.
Lohndumping, so waren sich die Versammlungsteilnehmer einig, richte sich gegen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Hans-Jürgen Haas wies darauf hin, dass Dumpinglöhne auch die Wettbewerbsfähigkeit von Betrieben schwächen, die faire Löhne zahlen. Niedriglöhne, so wurde dabei festgestellt, seien nicht einmal die Folge zu geringer Qualifikationen. 60 Prozent der Beschäftigten im Niedriglohnsektor würden über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen. Großbritannien, die Niederlande, Belgien sowie die meisten unserer europäischen Nachbarn und selbst die USA würden mit Erfolg Mindestlöhne praktizieren. Auch in Deutschland sei es höchste Zeit, Mindestlöhne einzuführen. Niedriglöhne seien nämlich kein Einstieg in eine bessere Zukunft, sondern würden meist Verharren in Armut bedeuten.
MdL Reinhold Strobl wies zum Schluss noch darauf hin, dass er gerne Beispiele aus der Praxis entgegen nehme. Wer von Leiharbeit oder Niedriglöhnen betroffen sei, könne sich jederzeit an sein Bürgerbüro wenden. Hier die E-mail-Adresse (reinhold.strobl@bayernspd-landtag.de) und die Telefon-Nummer (09622/703636).
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