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Zahl der Nichtschwimmer steigt weiter an

Pressemitteilung vom 30. Mai 2007

 

Dass die Zahl der Nichtschwimmer in Bayern stetig steigt und auch die Zahl der Toten durch Ertrinken bundesweit mit 606 registrierten Fällen einen traurigen Höchststand seit Jahren erreicht hat, führt der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl auf die schwindende Anzahl von kommunalen Frei- oder Hallenbädern zurück, in denen die Schulen und andere Träger wie der DLRG Schwimmunterricht anbieten können.

Strobl: „Der Unterhalt oder die Renovierungskosten gehen – wie in Königstein - oft über die finanziellen Möglichkeiten der Kommunen hinaus, mit dem Resultat, dass die Bäder geschlossen oder als Spaßbäder weitergeführt werden, in denen kein Schwimmunterricht mehr gegeben werden kann. Hier aber hat der Freistaat eine besondere Verpflichtung, für den Erhalt der Bäder als Sportstätten Sorge zu tragen, damit dort auch weiterhin Schwimmunterricht gegeben werden kann. Die finanzielle Last kann nicht allein von den Kommunen getragen werden.“

Hinzu käme auch, so der Abgeordnete aus Schnaittenbach, dass das Angebot von Frei- und Hallenbädern für Gemeinden, die vom Tourismus abhängen eine besondere Bedeutung habe. „Bei der Renovierung des Freibades in Königstein hatte Ende 2005 der damalige Staatsminister Otto Wiesheu der Gemeinde Königstein eine Förderzusage von über 450.000 Euro gegeben, die sein Nachfolger Huber gleich nach seiner Amtsübernahme wieder zurückgenommen hat“, so Strobl. „Da weiß die Rechte nicht, was die Linke tut. Für die öffentlichen Träger der Bäder aber ist dieses Hin und Her ruinös.“

Laut einer von der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) initiierten Studie und einer Studie der Universität Bielefeld sind mittlerweile ein Drittel von Schülern in höheren Klassen Nichtschwimmer. Vor zehn Jahren waren es nur 10 Prozent. „Das sind alarmierende Zahlen, denn das heißt in der Folge, dass mangels geeigneter Sportstätten, der Schwimmunterricht nicht oder nicht intensiv genug abgehalten werden kann. Damit steigt auch die Gefahr für Unfälle im Wasser“, betont Strobl.

Bayern ist mit 123 Todesfällen in 2006 trauriger Spitzenreiter in Deutschland, wobei die Dunkelziffer noch weitaus höher liegt. Viele Unfälle im Ausland oder von Kindern werden dabei nicht erfasst. Strobl: „Der Tod durch Ertrinken ist, statistisch gesehen, bei uns nach den Verkehrsunfällen die zweithäufigste Unfallursache. Dem müssen wir entgegentreten und der Schlüssel dazu ist, dass wir die Voraussetzungen schaffen, dass Kinder und Jugendliche in den örtlichen Bädern das Schwimmen und das richtige Verhalten im Wasser erlernen. Da ist die Staatsregierung gefordert, nicht länger wegzusehen und den Erhalt der Frei- und Hallenbäder in Bayern flächendeckend zu garantieren.“

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