Pressemitteilung vom 22. Februar 2010
Amberg-Sulzbach. (sor)
Zum neuen Schuljahr soll es in Bayern erstmals Modelle zur Kooperation der Haupt- bzw. künftigen Mittelschule mit der Wirtschaftsschule geben. So steht es in einer Pressemitteilung des Kultusministeriums vom Montag. Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle will zeitnah über die eingegangenen Bewerbungen entscheiden. Gleichzeitig kündigt Spaenle, so der SPD-Landtagsabgeordnete Reinhold Strobl, auch grünes Licht für eine zweite Gruppe von Anträgen auf Kooperation von Haupt- bzw. Mittelschulen und Realschulen an. MdL Reinhold Strobl, welcher seit langer Zeit immer wieder auf die verfahrene Schulsituation im Landkreis hinweist und erst zum Jahresende ein alternatives Schulmodell für den Landkreis (www.reinhold-strobl.de) vorgelegt hat, verweist in einem Brandbrief an Kultusminister Spaenle darauf, dass es wohl, sollte die Entwicklung so weiter gehen, in Zukunft nur noch 3 oder 4 Schulverbünde im Landkreis geben werde.
Strobl verweist auch darauf, dass aufgrund gestiegener Übertrittszahlen die meisten Hauptschulstandorte im Landkreis gefährdet sind. Warum es bisher nicht möglich ist, Klassen aus Realschulen auszulagern und die Schulen vor Ort zu nutzen, ist dem SPD-Abgeordneten nicht einsichtig. In seiner gestrigen Pressemitteilung hat Kultusminister Spaenle angekündigt, dass im Kooperationsmodell Hauptschule und Wirtschaftsschule im Gebäude einer Hauptschule (!) eine dreistufige Wirtschaftsschule eingerichtet werden soll, die organisatorisch mit einer nahe gelegenen Berufs- oder Wirtschaftsschule verbunden ist. Der Unterricht soll nach den Planungen gemeinsam von Lehrkräften der Wirtschaftsschule und der Hauptschule gestaltet werden. Für den Unterricht gelten die Schulordnung und die Lehrpläne der Wirtschaftsschule.
„Wenn jetzt schon solche Modelle für Wirtschaftsschulen angedacht werden, warum sind dann nicht auch solche Kooperationsmodelle zwischen Haupt- und Realschulen möglich?“ fragt Strobl. Argumente, dass die Real- bzw. Wirtschaftsschulen in einer anderen Stadt angesiedelt sind und die Hauptschulen eben in der Region, lässt Strobl nicht gelten: „Dann kann man auch solche Modelle, wie sie das Kultusministerium vorschlägt, von vornherein vergessen. Entweder das Kultusministerium ist endlich einmal bereit, Nägel mit Köpfen zu machen und solche Schulmodelle auch in den Landkreisen zuzulassen oder das Ministerium soll aufhören, den Gemeinden den Mund wässrig zu machen.“ Strobl schlägt vor, dass die Kommunen in den Landkreisen jetzt die Probe aufs Exempel machen und sich um Kooperationsmodelle bewerben. Dann werde man sehen, wie ernst es der Staatsregierung mit ihren Ankündigungen ist. Im Übrigen müsse es bei der Bildungspolitik immer um das Wohl der Kinder, um eine gute Bildung und eine möglichst wohnortsnahe Schule gehen.
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